Hintergrund-Beiträge

Philosophie

Als Wissensarbeiter bauen wir auf den Errungenschaften von Generationen fortschrittlicher Wissenschaftler und Philosophen auf. Es ist wichtig, stets im Bewusstsein zu halten, dass wir nur deshalb produktiv sein können, weil wir an ihre Leistungen anknüpfen können.

Aus Überzeugung teilen wir den ethischen Kodex der Besten dieser Forscher und Denker; wir fühlen uns dabei den humanistischen Prinzipien der von ihnen vorangetriebenen Aufklärung verbunden.

 

Grundsätze

  1. Sei wahrhaftig.
  2. Vernachlässige keine Forschungsthemen rund um Dein Arbeitsfeld aus Angst vor damit verbundenen Mächten.
  3. Betrachte alle Daten, Theorien und Methoden als fehlbar; sehe nur die Forschung nach der Wahrheit und nach der richtigen Erklärung als geheiligt an.
  4. Verbessere alles Verbesserbare – insbesondere Deine eigenen Irrtümer.
  5. Schaue nicht gleichgültig über Aberglauben und Pseudowissenschaft hinweg. Zerre sie ans Licht und bekämpfe sie!
  6. Vermeide es, Erkenntnisse zu horten. Teile sie mit anderen.
  7. Ehre, wem Ehre gebührt!
  8. Beachte keine Argumente, die aus Autoritätsgründen oder ad hominem erhoben werden.
  9. Schätze intellektuelle Freiheit und ereifere Dich für sie.
  10. Sei bescheiden; erkenne Deine Grenzen, aber vermeide Demut; beuge Dich weder blind der Tradition noch Autoritäten.
  11. Nutze kein aus fortgeschrittener Erkenntnis gewonnenes Prestige aus, um unrechtfertigbare Ansprüche von Personen zu stützen.
  12. Sei Mitarbeitern und der Gemeinschaft von Professionals und auch den in Deinem Wissensfeld tätigen Wissenschaftlern stets zu Diensten.
  13. Meide Ideologien bei der Formulierung grundsätzlicher und wissenschaftlicher Thesen. Offenbare die unvermeidbaren ideologische Standpunkte, wenn Du technologische Fragen bearbeitest.
  14. Erarbeitest Du Wissen und Technologien im Auftrag eines Klienten, so wahre dessen Interessen, Eigentumsrechte und Schutzrechte. Halte Dich deshalb unbedingt an die mit ihm abgesprochenen Informierungs-Regeln. Aber im Fall, dass ethische Grundsätze verletzt werden – etwa gegen menschliche Grundrechte gehandelt zu werden droht -, bist Du verpflichtet, relevante Tatbestände Dritten gegenüber zu offenbaren, um Schaden abzuwehren.
  15. Verweigere die Benutzung von Erkenntnis für destruktive Zwecke oder als Mittel von Unterdrückung.
  16. Prahle nicht mit speziellen – etwa paranormalen oder esotherisch begründeten – Erkenntniskräften
  17. Versuche, alle Deine Behauptungen zu rechtfertigen.
  18. Erhalte die Unabhängigkeit Deines Urteils und schwimme – falls nötig – gegen den Strom.
  19. Sei gegenüber organisiertem Obskurantismus intolerant.
  20. Wache stets über die Moral Deiner Handlungen und auch über Deine moralischen Prinzipien. Orientiere Dich dabei an dem ethischen Grundsatz: „Enjoy life and help live!“
  21. Du bist verpflichtet, Dich so klar wie möglich auszudrücken.
  22. Nutze stets die strengsten und am besten begründeten verfügbaren Standards, wenn Du Dich daranmachst, eine Sache zu studieren oder eine Fertigkeit zu erlernen.

Ehre wem Ehre gebührt!

Der von uns schwerpunktmäßig betriebene Wissensbereich betrifft Vorgehensweisen zur Gestaltung von menschlichen Kommunikations-Systemen. Für die Entwicklung von Strategien zur Bearbeitung dieser Systeme haben wir die Grundzüge einer konzeptionellen Soziotechnologie  formuliert. Diese Konzeptionstechnik konnten wir nur deshalb entwickeln, weil wir auf die Ergebnisse der Arbeit vieler Forscher und Praktiker zurückgreifen können.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier folgende Personen und Personengruppen genannt:

Hervorheben möchten wir insbesondere die Soziologen Mark Granovetter, James Samuel Coleman, Raymond Boudon und Torsten Hägerstrand, ohne deren empirische Studien und theoretischen Befunde die »Soziotechnologie Kommunikations–Konzeption« noch kein empirisches Fundament hätte.
Für wichtige Orientierung und wesentliche Perspektiven sorgen an vielen wichtigen Punkten der von uns selber vorgelegten Untersuchungen immer wieder Überlegungen, die Robert King Merton in die theoretische Diskussion der empirisch orientierten Sozialwissenschaften eingebracht hat.

Robert Freed Bales› Studien über Interaktionssysteme und deren Messbarkeit haben die bisher in den Sozialwissenschaften verbreiteten, überwiegend holistischen systemtheoretischen Ansätze revolutioniert. Seine Forschungsergebnisse sind für die Entwicklung unserer Modelle wesentlich, um die Kommunikations–Dimensionen zu fassen, an denen Konzeptioner in Zukunft mit Maßnahmen anzusetzen haben, um Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse nehmen zu können.

All diese Beiträge verdienstvoller Sozialwissenschaftler könnten allerdings im Projekt »zukunftsträchtige Konzeptionstechnik« keine Rolle spielen, hätten wir keine Klarheit über die wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen insbesondere der Soziologie. Ohne die Einsicht in die Voraussetzungen empirisch wissenschaftlicher Erklärungen in den Sozialwissenschaften und damit in die »Mechanismen der Gesellschaft« könnten wir keine Kommunikationsprozesse bearbeiten und keine öffentlichen Meinungen gestalten.

Damit kommen wir auf die vielfältigen Beiträge von Mario Bunge – einem der seit vielen Jahren meistzitierten internationalen Wissenschaftstheoretiker – zu sprechen. Immer wieder haben wir auf seine Analysen zur Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften zurückzugreifen, um unser Projekt voranzutreiben.

Und überhaupt:

Die Idee, Konzeptionstechnik als Technologie zu rekonstruieren, ist durch seine Untersuchungen über die Bedeutung von Soziotechnologien in modernen Gesellschaften inspiriert. Wenn wir in Zukunft bei der Entwicklung von Konzeptionen über den bisher verbreiteten Laien–Approach  hinausgehen können und zu rational geplanten sowie empirisch abgesicherten Vorgehensweisen kommen, dann profitieren wir vor allem von Bunges Überlegungen zu den Grundlagen moderner empirischer Wissenschaften und Technologien.

Danken möchten wir an dieser Stelle auch den Klienten, die uns im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte viele anspruchsvolle konzeptionelle Aufgabenstellungen übertragen haben und uns vertrauensvoll Einblicke in ihre Organisationen und Kommunikationssysteme gewährten. Ohne die anschließende intensive gemeinsame Arbeit an ihren Kommunikations–Projekten hätten wir nicht das Urteilsvermögen entwickeln können, das uns zielsicher zur möglichst praxisgerechten Entwicklung des nun vorliegenden neuen Konzeptions–Modells geführt hat.

Vielen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit!

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.