Bewirkt fehlende Innovationskraft zunehmende ökonomische Ungleichheit?

Der Wirtschafts-Nobelpreiträger Edmund S. Phelps, stellt in einem neuen Buch (Erscheinung Frühjahr 2013) eine interessante Hypothese in Bezug auf die Verbindung von Innovationen und Ungleichheit  auf:

Er stellt fest, dass in der US-amerikanischen Ökonomie nach einer Innovations-Boomzeit zwischen den 1820er und 1960er Jahren eine Phase der Stagnation eingetreten ist. Er sieht einen deutlichen Rückgang von Basis-Innovationen, die typischerweise auf der Grundlage wissenschaftlicher Durchbrüche erreicht werden.

Bis auf wenige Ausnahmen in Feldern, die gesamtwirtschaftlich betrachtet wenig Bedeutung haben, beobachtet er statt Basis-Innovationen vor allem inkrementelle – verbessernde – Neuerungen und bloße Effizienz-Verbesserungen.

Mit diesem Niedergang der Innovationskraft verbunden sieht er ökonomische Mechanismen, die eine Steigerung der Ungleichverteilung von Einkommen in der amerikanischen Wirtschaft bewirken: Die Bezieher von hohen Einkommen scheinen von der Kreativitäts-Stagnation begünstigt zu sein, während Bezieher von mittleren und niedrigeren Einkommen durch diese schwerwiegende Einbußen haben.

Aus Phelps Sicht braucht die amerikanische Wirtschaft dringend einen gesteigerten Innovations-Ethos.

Wenn die Entscheider in den Chefsesseln allerdings mit ihrem Status zufrieden sind, wo soll die Lust am Erfinden herkommen oder etwa die Motivation, in innovative Projekte zu investieren?

Edmund S. Phelps, “Mass Flourishing: How Grassroots Innovation Created Jobs, Challenge and Change.”, 2013