Die Wirkung von Texten

Papier ist geduldig.

Vom Textualismus lernen wir, dass Texte und Diskurse eine große Bedeutung
bei der Entwicklung und Verfeinerung wissenschaftlicher Theorien und
technologischer Ansätze haben.

Letztlich ist ein Kommunikationskonzept auch ein Text. Doch sein Wert und
der Wert der darin entworfenen Konstrukte erweist sich nur, wenn aufgrund
des Konzeptes Maßnahmen organisiert werden können, die wirkungsvoll auf
Kommunikationsmechanismen zurückgreifen und gewünschte Wandlungen
in sozialen Systemen bewirken.

Wir haben sozusagen als Konzeptioner die Bibliothek und unseren Schreibtisch
hinter uns zu lassen und den Realismus unserer Konzepte im Kommunikations–
Alltag zu beweisen. Daraus ergibt sich etwa für die PR–Praxis, dass
die bloße Entwicklung von Texten – z. B. in Form von Image–Broschüren oder
Pressemitteilungen – nicht die Erfüllung des Kommunikationsauftrags darstellt.
Diese besteht demgegenüber darin, sicherzustellen, dass die Inhalte
der Medien tatsächlich bei den konkreten Zielpersonen ankommen und Wirkungen
erzielen, indem sie Verständnis, Überzeugungen, Einstellungen und
Verhalten ändern.

Der Druck einer Broschüre oder einer Presseerklärung ist nur einer von vielen
vorbereitenden und begleitenden Schritten bei der Bewältigung der Aufgaben
im Rahmen der Arbeit für einen PR–Auftraggeber.

Aus:
Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 5, S. 132
Ontologie der Kommunikationstechnik 1:
Bestimmung von Struktur und Substanz menschlicher Kommunikation